Roter Sand
- Der König unter den Leuchttürmen -


Der schwarz-weiß-rote 25 Meter hohe Stahlturm mit seinen 4 Stockwerken und den drei charakteristischen auskragenden Erkern unterhalb der Laterne ist wohl der bekannteste Turm unter den Leuchtfeuerbauten an der deutschen Küste.

Der Leuchtturm Roter Sand stellt als erstes festes Leuchtfeuer, das in der offenen See auf Treibsand, dem Roten Sand, mit einer sogenannten Caisson- oder Senkkastentechnik errichtet worden ist, eine bautechnische Meisterleistung und Pionierarbeit in der Geschichte des Leuchtfeuerwesens dar.

Nachdem zunächst vorgeschlagen worden war, ein zusätzliches Feuerschiff zur Verbesserung der Einfahrt in die Außenweser auszubringen, wurde 1878 Karl Friedrich Hanckes mit der Errichtung eines Leuchtturms an dieser exponierten Stelle beauftragt. Sieben Jahre sollte das Projekt „Roter Sand“ bis zu seiner Fertigstellung dauern.

Von mehreren Firmen, die sich für den Bau des Leuchtturms beworben hatten, erhielt die Firma Bavier, Kunz und Weiss aus Bremen den Zuschlag. Der Caisson wurde 1880/81 im Kaiserhafen von Bremerhaven vorgefertigt und dann zu der vorgesehenen Position in die Außenweser geschleppt. Eine schwere Sturmflut ließ das Unternehmen jedoch scheitern, der Caisson zerbrach und sank.

Der finanzielle Verlust war für Bavier, Kunz und Weiss nicht zu verkraften, sie gaben auf. K. F. Hanckes war jedoch trotz des Scheiterns von der angewandten Bautechnik überzeugt und hielt an ihr fest.

Mit der Fortsetzung der Bauarbeiten wurde nun die Duisburger Firma Harkort beauftragt, die dann in den Jahren 1882/83 den zweiten Caisson fertigte. Die örtliche Bauleitung für den Roten Sand wurde im März 1883 dem jungen Wasserbauingenieur Walter Korte übertragen. Zwei Monate später wurde der zweite Caisson erneut hinaus in die offene See geschleppt, ca. ein Kilometer nördlich der Stelle, an der der erste Versuch so tragisch gescheitert war.

Am 28. Mai 1883 wurde der Gründungskörper an der Position 53°51’19“ N/8°04’93“ E auf dem Meeresboden abgesetzt. Der erste wichtige Schritt war getan! Anfang Juli 1884 begann dann der eigentliche Bau des Turms, der oben auf den Caisson gesetzt wurde. Das gesamte Bauwerk Roter Sand hat damit eine Höhe von 52,5 Metern.

Die Bauabnahme durch Baurat Hanckes am 23.10.1885 verlief ohne Beanstandungen und so wurde am 1. November 1885 um Mitternacht der Leuchtturm Roter Sand zum ersten Mal durch den Aufseher Düsmann angezündet. Als erste Lichtquelle wurde ein Petroleum-brenner mit zwei Dochten verwendet. 1974 erfolgte die Umstellung der Befeuerung auf Strom, der von einem Dieselaggregat im Maschinenraum des 2. Stockwerkes erzeugt wurde.


Leuchtturmwärter um 1925

Nachdem der Rote Sand über viele Jahre den Schiffen den Weg gewiesen hatte und zu einem Symbol der deutschen Seefahrtgeschichte geworden war, wurde am 1. September 1964 sein Hauptfeuer gelöscht und seine Aufgabe vom neuen Leuchtturm Alte Weser übernommen. Der Rote Sand hatte damit seine herausragende Bedeutung als nautisches Seezeichen verloren. 1986 wurde das Feuer dann ganz gelöscht.

Die Urgewalt der See und der Stürme hatte über die Jahre unaufhörlich am Fundament des Leuchtturms gefressen und der Rote Sand drohte einzustürzen.

Nur durch das breite Interesse der Öffentlichkeit und nicht zuletzt durch den 1983 gegründeten Förderverein „Rettet den Leuchtturm Roter Sand e.V.“, der es sich zum Ziel gemacht hatte, den Turm vor Ort als maritimes Denkmal zu erhalten, konnte dieses kulturhistorisch wichtige Bauwerk erhalten werden.

1987 wurde im Rahmen einer einzigartigen Rettungsaktion und technischen Meisterleistung das Fundament des Roten Sand durch Überstülpen einer einhundert Tonnen schweren Stahlmanschette stabilisiert und gerettet!


Doch die See frisst weiter am Roten Sand. Das aggressive Salzwasser und die Stürme machen auch zukünftig regelmäßige Restaurationsarbeiten erforderlich. Der Förderverein braucht jede Unterstützung!
www.roter-sand.de

Seit 1999 ist eine Übernachtung für Gäste auf dem Turm möglich. Ein Abenteuer ganz besonderer Art.









(V. Siemers)


(M.Benhof)





(V. Siemers)


(V. Siemers)


(V. Siemers)


(M.Benhof)


(M.Benhof)


(M.Benhof)


(M.Benhof)


(M.Benhof)


(M.Benhof)






















(V. Siemers)


(V. Siemers)


(V. Siemers)


(V. Siemers)


(V. Siemers)


(V. Siemers)