Ein Leuchtturm Marathon
(1997)


Nachdem wir 1995 auf einer „Leuchtturm-Safari“ zu 77 Lichtern an der Küste Englands und Wales gewesen waren, wurde die zweite Leuchtturmreise für Schottland geplant. Wir hatten uns zum Ziel gesetzt, so viele Leuchtfeuer wie möglich zu besuchen; und wir haben viele Lichter gesehen auf diesem „Leuchtturm-Marathon“. 100 Lichter in 2 Wochen auf insgesamt 6.500 Kilometern!

Ausgangspunkt unserer Reise war der niederländische Hafen Rotterdam, von wo wir am 13.September 1997 die Fähre nach Hull nahmen. Nachdem wir in den Niederlanden bereits eine Stippvisite zu den Leuchttürmen MAASVLAKTE, HELLEVOETSLUIS und HOEK VAN HOLLAND in der Nähe des Europoort gemacht hatten, sahen wir nach 14 Stunden Schiffpassage mit HARTLEPOOL (The Heugh, A 2663) das erste Licht im United Kingdom.

Von dort fuhr ich mit meinem Leuchtturmfreund Werner Berthold an der Ostküste Englands hinauf in den Norden der Insel. Je weiter nördlich wir kamen umso schöner wurde das Wetter. Fast nicht zu glauben für diese Gegend und diese Jahreszeit, aber die Sonne schien von morgens bis in den späten Nachmittag und tauchte die schottischen Lichter in einen strahlenden Glanz. Es war fast so, als wären die Leuchtfeuer von Künstlerhand in die Landschaft gemalt. Ganz nebenbei gesagt, die britische Küste ist für sich allein schon faszinierend, auch wenn man sich nicht für Leuchttürme interessiert. So sollte dann unsere Reise auch zu einem wirklich beeindruckenden Erlebnis werden.

Obwohl es mittlerweile schwer geworden ist, in die Leuchttürme hinein zu kommen, denn es gibt ja keine bemannten Leuchtfeuerstationen mehr, so hatten wir doch an einigen Stationen Glück. Zusätzlich zu SOUTER POINT und



KINNAIRD HEAD (A 3332) mit seinem hochinteressanten und beeindruckenden Scottish Lighthouse Museum – ein Muss für jeden Leuchtturmenthusiasten! - , die ohnehin beide für die Öffentlichkeit zugänglich sind, trafen wir am






TODHEAD (A 3234), SCURDIE NESS (A 3221) und KILLANTRINGAN (A 4606) Lighthouse freundliche Serviceleute des Northern Lighthouse Board. Als sie hörten, dass wir Mitglieder der Association of Lighthouse Keeper (ALK) sind, ließen sie uns sofort in die Türme und beantworteten bereitwillig unsere Fragen.



Hoch oben im Norden Schottlands fuhren wir von DUNCANSBY HEAD (A 3558), in Richtung Westen zum Leuchtfeuer STOER HEAD (A 3882). Das Wetter war so klar, dass wir einige der Leuchttürme im Pentland Firth und auf dem Orkneys sehen konnten. Schade, dass wir auf unserer Reise nicht genügend Zeit hatten, um auch diesen Außenposten des Vereinigten Königreichs einen kurzen Besuch abzustatten.



So führte uns unserer Weg weiter hinunter an der Westküste auf die wunderschöne Isle of Skye, wo wir uns die Leuchtfeuer KYLE AKIN/EILEAN BAN (A 3924), NEIST POINT (A4064) und ARDTRECK POINT (A 4068) anschauten. Dann ging´s mit der Fähre von Armadaile nach Mallaig und unserem nächsten Ziel, dem






ARDNAMURCHAN Leuchtturm (A 4082) am westlichsten Punkt des britischen Festlandes. Dort ragt einer der ungewöhnlichsten Türme in Großbritannien, vollkommen untypisch für die Leuchttürme des Northern Lighthouse Board, in den Himmel. Im Sommer 1997 wurde hier durch den Ardnamurchan Lighthouse Trust ein interessantes Besucherzentrum eröffnet, das in den nächsten Jahren noch ausgebaut werden soll. Nach einer guten und starken Tasse Tee sowie dem unvermeidlichen Kartenstudium fuhren wir dann weiter die schottische Westküste hinunter, wo noch einige sehr schöne Lichter auf uns warteten.



Manchmal ist es sehr „gefährlich“ Leuchttürme zu besichtigen, nicht nur wegen der waghalsigen Kletterpartien über die Klippen, nur um ein paar gute Fotos zu bekommen. Auf unserem Weg zum TURNBERRY POINT (A 4580) auf dem Gelände des weltberühmten Royal Golf Club hatten wir Glück, dass wir nicht von den Golfbällen getroffen wurden, die uns um die Köpfe flogen. Das Risiko war es aber diesmal wert.



Nächstes Ziel war CORSEWALL Lighthouse ( A 4604). Die Leuchtfeuerstation wurde zu einem kleinen aber feinen Luxushotel imt einem Restaurant der gehobenen Klasse umgestaltet. Ein wundervoller Ort, um ein paar Tage auszuspannen. Mit dem entsprechenden Geld in der Tasche kann man sich hier sogar mit dem Helicopter einfliegen lassen, z.B. zu einem Gourmet-Wochenende. Jeder Raum des Hotels ist nach einem berühmten schottischen Leuchtturm benannt und ganz individuell gestaltet.
Nicht weit entfernt von diesem herrlichen Ort stehen die Leuchttürme KILLANTRINGAN ( A 4606) und MULL OF GALLOWAY ( A 4610), die wie so viele andere Lichter an die schönsten Stellen der Küste Schottlands gebaut worden sind.



Das letzte Licht an der Westküste war ST. BEES HEAD (A 4710) und so hatte sich der Kreis unserer Reise geschlossen. Zusammen mit unserer Fahrt von 1995 hatten wir einmal die gesamte Küste des britischen Festlandes umrundet. Es war schade, dass wir nicht mehr Zeit hatten, auch noch auf die Isle of Man zu fahren, aber die Arbeit zuhause rief. So nahmen wir den direkten Motorway in den Süden, wo wir die letzten 1 ½ Tage noch einmal zu ein paar „alten Freunden“ zurück kehrten, die wir bereits 1995 gesehen hatten. START POINT (A 0228),
PORTLAND BILL (A 0294), DUNGENESS (A 0876) und BEACHY HEAD (A 0840).









Am 27. September brachte uns der Shuttle dann wieder zurück aufs Festland. Wir haben wirklich jeden Tag und jede Minute genossen in diesen zwei Wochen. Die unbeschreiblich schöne und faszinierende Landschaft und jedes einzelne Licht auf dieser Leuchtturmreise. Viereinhalb Stunden Video, über 700 Fotos, viele viele Postkarten und andere Leuchtturmsouvenirs werden uns noch lange an unseren „Leuchtturm-Marathon“ erinnern.

Für 1999 stehen Irland und dann auch endlich auch die Isle of Man auf unserem Reiseplan.



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